Nachrichten 18 Februar 2021

Spionagepixel: E-Mail-Sicherheitsbedrohung massiv

18 Februar 2021

A BBC gab beim britischen E-Mail-Server Hey eine Studie in Auftrag, um die Anzahl der in der Online-Korrespondenz kursierenden Spionagepixel zu ermitteln. Das Ergebnis? Schockierend. Mindestens zwei Drittel der von seinen Nutzern empfangenen E-Mails enthielten das Tracking-Tool. Und diese Zahl könnte noch viel höher sein, da die Anzahl der Registrierungen auf Heys Server deutlich geringer ist als auf großen Plattformen wie Gmail oder Outlook.

Die in Großbritannien durchgeführte Studie ergab, dass zahlreiche Unternehmen Spionagepixel in ihren Werbe-E-Mails verwenden, insbesondere große Marken wie Asos, HSBC, Unilever, Vodafone und andere. Angesichts der Reichweite dieser globalen Marken sind die Auswirkungen dieses weit verbreiteten Spionageeinsatzes enorm.

Was sind diese invasiven Pixel?

Der Name „Spionagepixel“ erklärt das Konzept des Tools gut. Dabei handelt es sich typischerweise um 1 x 1 Pixel große GIF- oder PNG-Bilder, die der Hintergrundfarbe entsprechen. Anders ausgedrückt: Sie sind für das bloße Auge unsichtbar. Wenn Sie eine E-Mail öffnen, die automatisch Bilder lädt, weiß der Absender bereits, dass Sie die E-Mail geöffnet haben – und je nach verwendetem Spionagedienst sogar, wie oft Sie die Bilder geöffnet haben.

Und woher weiß er das? Nun, jedes Bild im Internet wird auf einem Server gehostet. Um das Bild zu öffnen, sendet der Computer eine Download-Anfrage an den Hosting-Anbieter. Dadurch werden die Informationen aufgezeichnet und an den Auftraggeber des Spionagedienstes weitergegeben. Die Risiken sind erheblich: Schließlich wird die IP-Adresse des Rechners aufgezeichnet, und anhand dieser Informationen lässt sich die Straße ermitteln, in der die E-Mail geöffnet wurde. David Hansson, Mitbegründer von Hey, behauptet, diese Spionagepixel „stellen eine groteske Bedrohung für die Privatsphäre dar“.

Das Gesetz existiert, aber…

In Großbritannien und einigen Teilen Europas gibt es ein Gesetz, das Nutzer vor solchen Eingriffen schützt: die Datenschutz- und elektronische Kommunikationsverordnung (PECR). Beide Verordnungen legen Richtlinien für die Verwendung personenbezogener Daten fest und verpflichten Unternehmen, ihre Methoden zur Datenerhebung klar darzulegen und die Zustimmung zur Datenerhebung einzuholen.

Der Internet-Datenschutzberater Pat Walshe erklärte gegenüber der BBC, das Gesetz sei zwar eindeutig, erfordere aber eine stärkere Durchsetzung. Schließlich verwende selbst die für PECR zuständige EU-Agentur Spionagepixel in ihren Newslettern.

Brasilien ist keine Ausnahme. Theoretisch Datenschutz-Grundverordnung, von 2018, könnte die Verwendung von Spionagepixeln ohne Autorisierung klassifizieren. In der Praxis fast niemand hat sich angepasst Newsletter- und E-Mail-Marketing-Apps sind dieselben wie im Ausland und nutzen die Funktion, den E-Mail-Absendern Feedback zu geben.

Bild: Webphotographer (iStock)

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