Facebook sieht sich derzeit einer Klage der US-amerikanischen Federal Trade Commission (FTC) wegen wettbewerbswidriger Praktiken gegenüber, und ein weiterer separates Kartellverfahren von einer Koalition von Generalstaatsanwälten aus 48 US-Bundesstaaten. Diese jüngste Klage könnte bedeuten, dass Facebook sich von Instagram und WhatsApp trennen muss. Das Unternehmen hat sich endlich dazu geäußert. Die Chefjustiziarin des kalifornischen Unternehmens, Jennifer Newstead, schrieb eine Antwort mit dem Titel „Klagen der FTC und des Generalstaatsanwalts sind historische Revisionismus".
„Die FTC und die Bundesstaaten sahen jahrelang zu, wie Facebook Milliarden von Dollar und Millionen von Stunden investierte, um Instagram und WhatsApp in die Apps zu verwandeln, die die Menschen heute nutzen“, schrieb Newstead in dem Beitrag. „Die Regulierungsbehörden haben diese Transaktionen [die Insta- und WhatsApp-Käufe] zu Recht zugelassen, da sie den Wettbewerb nicht gefährdeten.“ Die Übernahmen erfolgten vor mehr als fünf Jahren mit Genehmigung der FTC und der Europäischen Kommission.
„Diese Klagen bergen die Gefahr, Zweifel und Unsicherheit über das Fusionsprüfungsverfahren der US-Regierung zu säen und darüber, ob die übernehmenden Unternehmen sich wirklich auf die Ergebnisse des Rechtsverfahrens verlassen können“, fügte Newstead hinzu.
„LinkedIn, New York Times, Pinterest und Uber haben ähnliche Richtlinien“
Der General Counsel ging auch auf das zentrale Problem beider Kartellrechtsklagen ein, nämlich dass Facebook seine Plattform für potenziell konkurrierende Produkte schließt, was beispielsweise bei Vine der Fall war. Mark Zuckerberg selbst hätte bestellt dass Facebook seine API-Funktionen für die App gesperrt hat, als es von Twitter übernommen wurde. „Wenn Plattformen anderen Entwicklern Zugriff gewähren – und viele tun dies nicht –, verhindern sie oft die Duplizierung von Kernfunktionen. LinkedIn, die New York Times, Pinterest und Uber, um nur einige zu nennen, haben ähnliche Richtlinien.“
In Post In einer Erklärung an Facebook-Mitarbeiter schrieb Zuckerberg: „Die Realität ist, dass wir in allem, was wir tun, mit vielen anderen Diensten konkurrieren, und zwar fair.“ Der CEO fügte hinzu, das Unternehmen werde die Ansprüche der US-Regierung gerichtlich bekämpfen. Dabei bliebe dem Unternehmen kaum eine Wahl.
Über The Verge